JU Schwaben gegen Frauen-Quote
Memmingen/Augsburg | Im Rahmen der derzeitigen parteiinternen Reformdebatte ist bei der CSU wieder einmal die Frauenquote bzw. deren Erhöhung auf 40 Prozent in den Focus der Diskussionen geraten. Durch diese Maßnahme sollen gerade junge Frauen angesprochen und an die Politik sowie die Partei herangeführt werden.
Doch das dies das völlig falsche Signal ist, beweist ein Antrag der stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jungen Union Bayern, Katrin Poleschner (Neu-Ulm), der am Wochenende bei einer Bezirksausschusssitzung der JU Schwaben einstimmig beschlossen wurde. Dabei sprach sich das Gremium unter dem Bezirksvorsitzenden Alexander Kolb (Untermeitingen) entschieden gegen eine Frauenquote in der CSU aus. „Durch eine festgeschriebene Quote wird Mädchen und Frauen die negative Botschaft vermittelt, das Geschlecht ersetze politisches Engagement. Das wirkt demotivierend für Männer und Frauen“, betonte Poleschner.
Wertschätzung in Form der Vergabe von parteiinternen Positionen, kommunalen Ämtern, bei Direktmandaten oder Listenaufstellungen für Bezirks-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen dürfe nicht aufgrund des Geschlechts erfolgen. „Stattdessen sollten erbrachtes Engagement, stete Leistung und ein entsprechendes Wissen ausschlaggebend für solche Nominierungen sein“, erklärte auch Beisitzerin Maximiliane Koch (Nördlingen). Schließlich sei der Anspruch der Frauen in der CSU, eben keine bloße Quotenfrau zu sein, da sind sich nicht nur die jungen Frauen der JU Schwaben einig. „Eine Reduzierung auf die Anforderungen der Quote ist einfach eine Herabwürdigung des Könnens von Nachwuchspolitikerinnen!“, protestierte die Kreisvorsitzende der Jungen Union Ostallgäu, Melanie Dworacek (Kaufbeuren).
Darüber hinaus widerspricht eine Quotenregelung generell dem demokratischen Element bei der Wahl von Vorständen und der Besetzung von Positionen; gleichzeitig mangelt es an der praktischen Umsetzbarkeit, mit der ein repräsentatives Bild der Gesamtpartei in den entsprechenden Gremien gegeben sein soll. Gerade im Bereich der unteren Ebenen der Partei, den Ortsverbänden kann aufgrund des geringen Anteils an weiblichen Mitgliedern kein Frauenanteil von 40 Prozent im entsprechenden Gremium realisiert werden.
Auch Alexander Kolb stimmte den Ansichten der anwesenden Fr auen vollends zu: „Sicherlich muss die CSU an sich arbeiten, um mehr Frauen für sich zu gewinnen; aber es gibt bessere Mittel als die Quote, um junge Frauen für die Mitarbeit in der Partei zu begeistern.“ So fordert die Junge Union wie auch die Frauenunion eine gezieltere Förderung begabter, engagierter und kompetenter Frauen, beispielsweise durch Mentoringprogramme oder Seminare. Außerdem wäre auch die Schaffung einer frauenfreundlicheren Umgebung bei politischen Veranstaltungen und Gremiensitzungen ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Damit war sich der Bezirksausschuss der Jungen Union Schwaben am Ende einig über ein klares Ja zu mehr Frauen und mehr Frauenförderung in der CSU, aber auch über ein eindeutiges Nein zur Quote.


