20170812-mpgmpolizeiafw2017vkl.jpg schwabentreff-der-ju-1988.jpg

Aktuell

23/08/2017

70 Jahre JU Schwaben - Im Gespräch mit Bundesminister Dr. Gerd Müller

Kempten. Im Jahr 2017 kann die Junge Union Schwaben ihren 70. Geburtstag begehen. Anlässlich dieses Jubiläums blickt die JU auf ihre bewegte Geschichte zurück. Hierzu führt sie Interviews mit ihren ehemaligen Bezirksvorsitzenden. Diesmal wurde Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Gespräch gebeten. Dr. Müller war von 1983 bis 1987 Bezirksvorsitzender und von 1987 bis 1991 sogar Landesvorsitzender der Jungen Union Bayern. Nach fünf Jahren im Europaparlament gehört er seit 1994 dem Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Oberallgäu an.

Lieber Herr Dr. Müller, wann und wie kamen Sie damals zur Jungen Union?

Mit 21 habe ich damals als JU Ortsvorsitzender für den Gemeinderat kandidiert.

Ein direkter Einstieg in die Kommunalpolitiker. Aber wieso haben Sie sich bei der JU engagiert?

Der Fußballverein brauchte ein Vereinsheim und ein Sportgelände. Nachdem wir bei der Gemeinderatswahl 40 % mit unserer Liste erzielt hatten, konnten wir den Bürgermeister stellen und unsere Pläne umsetzen.

Also ein Start mit Erfolg. Was war damals gesellschaftlich und politisch anders als heute?

Viele unserer Mitglieder kamen aus der katholischen Landjugend und gerade in den ländlichen Regionen war das Angebot nicht so vielfältig wie heute

Sie haben sich schließlich auch über ihre Heimat Krumbach hinaus bei der JU Schwaben engagiert. Was hat die JU Schwaben zu Ihrer Zeit als Vorsitzender bewegt?

Wir haben in vielen Landkreisen, Städten und Gemeinden mit eigenen JU-Listen erfolgreich bei der Kommunalwahl kandidiert und mit Alfred Sauter einen erfolgreichen Landesvorsitzenden gestellt.

Alfred Sauter ist ein gutes Stichwort. Schließlich sind Sie ihm als Landesvorsitzender der JU Bayern nachgefolgt. Was hat die JU Bayern zu Ihrer Zeit als Vorsitzender bewegt?

Wir haben uns viel um die Schulpolitik gekümmert und besonders interessant war die Einführung der Privatradios in Bayern. Einige JU-Verbände haben eigene Radios gegründet. Immer wieder war aber auch unser Engagement in der Entwicklungs- und Europapolitik ein Schwerpunkt.

An Sie als erfahrenen JUlern, eine Frage, die die JU in Zeiten vermeintlicher Politikverdrossenheit besonders bewegt. Wie konnten Sie damals junge Menschen für Politik begeistern?

Neben einem starken kommunalpolitischen Engagement haben wir auf Gemeinschaft und Freundschaft gesetzt. So entstanden damals die JU Schwabentreffen, schwäbische Skimeisterschaften, Bodensee-Tanzschifffahrt und unsere besondere Freundschaft zur Jungen Union Oberpfalz mit jährlichen Treffen.

Sie sind ja bereits seit langem als Mandatsträger aktiv. Was ist Ihre Meinung, wie muss Politik sein, wenn sie sich für die Jugend einsetzen möchte?

Politik heute, auch von uns, den Älteren, gestaltet, muss generationengerecht sein. Wir tragen besondere Verantwortung, die Politik heute zukunftsfähig in Verantwortung für die Jugend und kommende Generationen zu gestalten.

Was waren Ihre prägendsten Erlebnisse bei der JU?

Eine Großdemonstration der Jungen Union Schwaben mit 5000 Teilnehmern in Memmingen unter dem Motto „Ja zum Leben“, mein erstes Zusammentreffen mit Helmut Kohl 1982 bei der Schülerunion Landesversammlung in München sowie die spannenden Landesvorstandssitzungen mit Franz-Josef Strauß und Theo Waigel.

Was können wir heute von damals lernen?

Politik schließt Freundschaft nicht aus.

Wieso sollten junge Menschen heute zur JU?

Man gewinnt Freunde in ganz Bayern, blickt hinter die Kulissen und kann mitgestalten.

Was bedeutet Ihnen die JU im Blick auf Ihr politisches und persönliches Leben?

Unvergessliche Erlebnisse, ein großartiges Erfahrungs- und Lernfeld, Freundschaften für das ganze Leben

Was möchten Sie Ihrer JU mit auf den Weg geben?

Seid mutiger, handelt aktiv lokal und denkt zukunftsweisend global.

Herr Dr. Müller, vielen lieben Dank.

(Ludwig Lenzgeiger)