Bildunterschrift 1: Hauptmann Christoph Schwarz (Mitte) kam auf Einladung des JUKreisvorsitzen-den Ludwig Lenzgeiger (l.) und des ASP-Kreisvorsitzenden Thomas Tapp (r.) zum sicherheitspoliti-schen Gespräch nach Adelsried

Aktuell

15/12/2018

Die UN-Mission in Mali: Im Einsatz für die Sicherheit Deutschlands und Europas

Adelsried. Zahlreiche Interessierte fanden sich zum Vortrag von Hauptmann Christoph Schwarz mit dem Titel „Im Fadenkreuz von Al Qaida – Unsere Bundeswehr mit den Vereinten Nationen in Mali“ in Adelsried ein. Der Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik und die Junge Union Augsburg-Land hatten den Offizier zum sicherheitspolitischen Gespräch geladen. „Die Welt wird immer unsicherer, die Koordinaten verschieben sich in ungeahnter Schnelligkeit und allein das Beispiel USA verdeutlicht täglich: Die Verteidigungspolitik ist wieder auf der politischen Agenda“, eröffnete JU-Kreisvorsitzender Ludwig Lenzgeiger die Veranstaltung. „Gerade deshalb, weil uns heute wieder klarer wird, wie wichtig die Bundeswehr und auch die militärische Zusammenarbeit in Europa für unser Land ist, möchten wir zur Diskussion, zum Nachdenken und vor allem zur Information anregen. Die Bundeswehr darf nicht nur ein Expertenthema sein, sondern muss als Parlamentsarmee im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sein und bleiben“, erläuterte Lenzgeiger die Motivation der Veranstaltung. Einen Blick auf die internationale Zusammenarbeit und die militärische Realität in Krisengebieten ermöglichte Hauptmann Christoph Schwarz durch seinen Vortrag zum UNEinsatz in Mali, als Stabilisierungsmission als „MINUSMA“ bezeichnet. Schwarz war selbst sieben Monate im UN-Stab dort im Einsatz und konnte somit authentisch und bestens informiert über die Situation in dem afrikanischen Land berichten.

International im Einsatz für deutsche und europäische Sicherheit

Auf der Grundlage einer umfassenden Darstellung der staatlichen, geographischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verdeutlichte der Offizier, dass der Einsatz der NATO unmittelbar wichtig für die Sicherheit des ganzen Westens, insbesondere Europas und Deutschlands ist: „Jedes dritte Gramm Heroin auf dem deutschen Markt und jeder zweite Flüchtling, der von Afrika nach Europa kommt, wird durch Mali geschleust. Dort verlaufen die Karawanenrouten für Schmuggel aller Art.“ Schwarz mahnte weiter an, dass die vermeintlich einfache Lösung, das Land sich selbst zu überlassen, keine Alternative sei. „Dass wir Mali nicht dem islamischen Terror überlassen, das ist nicht allein ein Gebot der Menschlichkeit, sondern das dient unmittelbar den deutschen Sicherheitsinteressen. Die unfassbaren Gräuel des islamischen Staats treiben die Menschen in die Flucht, in den Terror und den Drogenschmuggel“, stellte der Referent fest.

Stabilität und Fortschritt als langfristige Lösung

Im Rahmen der anschließenden Diskussion kam auch die Frage nach der Lösbarkeit der Krise auf. Schwarz betonte dezidiert, dass Konflikte niemals militärisch gelöst werden könnten. „Letztlich muss eine Lösung immer durch die Politik erfolgen, das Militär verschafft nur die nötige Stabilität dafür, politisch handeln zu können. Wenn es den malischen Politikern gelingt, die wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern, die Korruption zu beenden und der Bevölkerung Perspektiven zu geben, dann hat der Islamismus dort keine Chance mehr“, hielt der Hauptmann fest. Die Bevölkerung des Landes, die in für uns kaum vorstellbarem Maße wächst, benötige primär Sicherheit und hierzu leiste die Bundeswehr und die internationale Gemeinschaft einen Beitrag. „Was braucht es zum Sieg des Bösen?“, fragte Schwarz in Anlehnung an Edmund Burke zum Ende des Vortrages und gab selbst die Antwort: „Die Untätigkeit des Guten“

Dank und Anerkennung für die Truppe statt Generalkritik

ASP-Kreisvorsitzender Thomas Tapp schloss schließlich die rege Diskussion und den informativen Abend mit einem kurzen Überblick über die Situation der Bundeswehr und Anregungen für die Politik: „Wir haben gesehen, dass unsere Soldaten bereit sind für unser Land in den Einsatz zugehen und wir alle profitieren von denen, die den Kopf für unsere Gesellschaft hinhalten.“ Natürlich brauche man Ausrüstung auf höchstem technischen Niveau und gute Arbeitsbedingungen für die Truppe, so der Diedorfer. „Vor allem aber brauchen unsere Soldaten Rückhalt aus der Bevölkerung und der Politik, sie brauchen Zuspruch und die Gewissheit, dass ihr Einsatz wertgeschätzt wird. Unserer Bundeswehr ein Haltungsproblem zu diagnostizieren oder sie pauschal unter Nazi-Verdacht zu stellen, darauf lässt sich getrost verzichten.“