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Aktuell

19/05/2017

Offener Brief an Bürgermeister Dr. Fendt

Offener Brief zur offenen Ganztagsschule an den Weißenhorner Grundschulen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Fendt,

die Junge Union hat sich mit der problematischen Anmeldesituation für die offene Ganztagsschule an den Weißenhorner Grundschulen befasst. Das Modell der offenen Ganztagsschule gibt es in Bayern seit dem Schuljahr 2002/2003 und in Weißenhorn seit dem Schuljahr 2016/2017. An einer Grundschule können nach Maßgabe des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst Ganztagsangebote mit bis zu zehn Gruppen für insgesamt 205 Schüler bewilligt werden. Voraussetzung für eine Genehmigung sind „geeignete Räumlichkeiten in der Schule oder in ihrem unmittelbaren Umfeld in ausreichendem Umfang“, sowie ausreichendes und qualifiziertes Personal.

Die Verwaltung der Stadt Weißenhorn hat in Absprache mit den Schulleitungen der Weißenhorner Grundschulen das Anmeldeverfahren übernommen. In den Richtlinien des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst heißt es: „Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4, die die jeweilige Schule besuchen, können grundsätzlich an den offenen Ganztagsangeboten teilnehmen. Die Entscheidung über die Aufnahme in offene Ganztagsangebote während der Unterrichtswochen trifft die Schulleitung – ggf. im Benehmen mit dem Kooperationspartner – nach pflichtgemäßem Ermessen auf der Grundlage pädagogischer, familiärer und sozialer Gesichtspunkte. Auf den Besuch eines offenen Ganztagsangebotes besteht kein Rechtsanspruch.“

Der Berichterstattung in der Neu-Ulmer Zeitung vom 13. Mai 2017 war zu entnehmen, dass es an den Grundschulen nicht genügend Platz gibt, um alle angemeldeten Schüler unterzubringen. Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst hält auch eine „Mitnutzung von Räumlichkeiten, die auch für den Unterricht zur Verfügung stehen“ für offene Ganztagsangebote für möglich. Auch die Errichtung eines Pavillons halten wir für denkbar. Es sollten alle Spielräume ausgenutzt werden, um jedes angemeldete Kind in die Ganztagsschule aufzunehmen. Bereits die Anmeldezahlen vom vergangenen Schuljahr zeigten, dass in Weißenhorn eine große Nachfrage besteht.

Das von Ihnen vorgeschriebene "Windhundprinzip" bzw. das „First-come-frist-serve-Prinzip“ wird der Situation in der einzelnen Familien in keiner Weise gerecht, sondern es sind entsprechend den ministeriellen Richtlinien pädagogische, familiäre und soziale Gesichtspunkte anzuwenden.

Der Ortsverband der Jungen Union Weißenhorn ist an einer möglichst zahlreichen Unterbringung von Kindern in den Ganztagsangeboten der Weißenhorner Schulen interessiert. Die Unterbringung von Kindern in der offenen Ganztagsschule ist für viele Familien sehr wichtig. Die Familien brauchen zudem möglichst bald Planungssicherheit

Bitte tun Sie Ihr Möglichstes, um den jungen Weißenhorner Familien gerecht zu werden und ihnen eine Perspektive zu bieten.

Mit freundlichen Grüßen

Johann Deil

JU-Ortsvorsitzender